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Fr. , 02. Dez. 2022



Musiktheater in der Davertschule

Europareise mit viel Charme und Spielwitz

2022 09 29 davertschuleNach ihrer Reise in 80 Tagen um die Welt schließen Phileas Fogg und Jean Passepartout erneut eine Wette mit dem Londoner Reformclub ab. „In 28 Tagen durch Europa“ ist dieses Mal das Ziel – und so lautet auch der Titel des musikalischen Theaterstücks frei nach Jules Vernes, das die rund 150 Kinder der Davertschule am Dienstagvormittag zum Staunen, Lachen und ganz nebenbei auch zum Lernen bringt. Alle sieben Klassen versammeln sich zu der einstündigen Vorstellung in der Turnhalle der Grundschule, was der Rektorin das Herz aufgehen lässt. „Wir freuen uns tierisch, weil wir wegen Corona lange kein solches Event mit allen Kindern hier in der Schule veranstalten konnten“, sagt Diana Hülsmeier.

Sie sitzt natürlich auch im Publikum und begleitet die Protagonisten, die beiden aus dem legendären Roman bekannten Figuren, auf ihrer abenteuerlichen Reise. Frank Dukowski verkörpert dabei den englischen Gentleman und Marcell Kaiser seinen französischen Diener. In mehrfacher Funktion treten die vier Musiker des „Pindakaas Saxophon Quartetts“ (Thorsten Floth, Guido Gros­pietsch, Anja Heix und Matthias Schröder) auf. Sie spielen nicht nur ihre Instrumente, sondern sind in verschiedenen Rollen auch mit kleinen Spielszenen in das Theaterstück eingebunden und mimen unter anderem Mitglieder des Reformclubs.

Die behaupten: „Wer Europa nicht kennt, kennt die Welt nicht!“ Das sehen Fogg und Passepartout als Herausforderung, innerhalb eines Monats den ganzen Kontinent zu bereisen – und suchen sich dafür ausgerechnet den kürzesten des Jahres aus, den Februar. Wo fängt man da an? Na klar, bei A. Das steht, wie die Kinder in kurzer Kennzeichen-Kunde erfahren, für Austria, also für Österreich. Um dorthin zu gelangen, müssen die beiden Herren erstmal von England über den Ärmelkanal zum Festland paddeln. Dabei kommt eine Holzkiste zum Einsatz, die als wesentliches Requisit dient und sich im Verlauf der Geschichte in einen Zug, ein (Segel-)Schiff, einen Zeppelin und ein U-Boot verwandelt. Aber auch ein Vampirumhang, ein Mitbringsel vom Besuch bei Graf Dracula in Rumänien, dient Fogg und Passepartout als Fortbewegungsmittel.

Mit der Mischung aus Musik und Theater ist „In 28 Tagen durch Europa“ ein vielseitiger Genuss – nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Lehrkräfte. Dabei ziehen die beiden Schauspieler ihr junges Publikum mit großzügigem Einsatz von Gestik und Mimik in ihren Bann, zeigen viel Spielwitz und -freude – und versprühen den altmodischen Charme des späten 19. Jahrhunderts, mit dem sie die Vorstellung auch zu einer Zeitreise machen.

Und am Ende gibt es, wie bei jeder guten Geschichte für Kinder, eine wichtige Botschaft: Als die Zeit abgelaufen ist, aber noch ein Land fehlt, stellen Fogg und Passepartout fest: „Wir haben es versucht, darauf können wir stolz sein.“ Dann erfahren sie, dass Schaltjahr ist, sie also noch einen Tag für ihre Mission haben. So geht es voller Tatendrang wieder auf die Reise – und für die mit Begeisterung applaudierenden Kinder gibt es noch eine Zugabe.