logo 2013 11 19 standard

Mo. , 28. Nov. 2022



06.11.2015

Neuer Fachbereichsleiter Soziales und Ordnung

Ständig unter höchstem Druck

2015 11 06 holger bothur gEr übernimmt ein Ressort mit einem breiten Aufgabenspektrum, das noch dazu die aktuell wohl größte Arbeitsbelastung in der Gemeindeverwaltung koordiniert: Der Ottmarsbocholter Holger Bothur hat, nach interner Bewerbung und mit Zustimmung des Rates, die Leitung des Fachbereichs „Bürgerservice, Ordnung und Soziales“ übernommen. Die WN fragten den neuen Kommunal-Manager, wie er die Bürde der Verantwortung angeht.

Was ist das gemeinsame Leitbild, das Sie und Ihre Mitarbeiter gegenüber den Bürgern, den Antragstellern und gleichsam Kunden befolgen?

Bothur: Mir ist es sehr wichtig, dass wir respektvoll, freundlich und dienstleistungsorientiert mit den Einwohnern in Senden umgehen. Gerade in den Bereichen Ordnung und Soziales kommt es leider häufig vor, auch negative Entscheidungen treffen und diese gegenüber dem Bürger vertreten zu müssen. In diesen Fällen bedarf es zuweilen eines besonderen Fingerspitzengefühls, um die Entscheidungen dem Bürger verständlich zu machen.

Welche Aufgabe in Ihrem Fachbereich stellt Sie vor die größten Herausforderungen?

Bothur: Aktuell ist der Umgang mit der Flüchtlingssituation die mit Abstand größte Herausforderung für mich. Wir arbeiten unter höchstem Zeitdruck fachbereichsübergreifend daran, Wohnraum für die laufend zugewiesenen Flüchtlinge zu besorgen, diese nach ihrer Ankunft unterzubringen und mit dem Nötigsten zu versorgen. Gleichzeitig gilt es aber auch, für die vielen ehrenamtlich tätigen Bürger in diesem Bereich ansprechbar zu sein und diese nach Kräften in ihrer Arbeit zu unterstützen, dem Informationsbedarf von Politik und Bürgerschaft nachzukommen und gleichzeitig mittel- und langfristige Planungen für die Integration der Flüchtlinge im Hinblick auf Wohnraum, Arbeit und soziale Integration voranzutreiben. Neben diesen äußeren Aufgaben muss auch die hausinterne Organisation im Fachbereich flexibel den sich ständig ändernden Gegebenheiten angepasst und darauf geachtet werden, dass die Mitarbeiter bei all den Aufgaben nicht „verheizt“ werden. Diesen vorgenannten Aufgaben alle gleichzeitig, quasi ad hoc nachkommen zu müssen und dabei kein Ende der Fahnenstange absehen zu können, belastet derzeit alle Beteiligten sehr.

Was wünschen Sie sich von Bürgern, wenn diese ihre Anregungen, Erwartungen oder Forderungen an die Gemeindeverwaltung herantragen?

Bothur: Zunächst möchte ich betonen, dass die Verwaltung für den Bürger da ist und ich es als unsere Verpflichtung ansehe, alle Anregungen und Wünsche ernst zu nehmen. Wir prüfen diese in rechtlicher Hinsicht und wägen die Anregungen und Wünsche des Einzelnen mit den Bedürfnissen und dem Wohl der Allgemeinheit ab, bevor wir unsere Entscheidungen treffen. Vom Bürger wünsche ich mir dabei, ebenfalls sachlich und objektiv zu sein und Verständnis dafür zu haben, dass das berechtigte Wohl und Interesse des Einzelnen sich nicht immer mit dem der Allgemeinheit deckt und wir in diesen Fällen dann der Allgemeinheit den Vorzug geben müssen.

Bedarf die Frage der Flüchtlingsunterbringung und Betreuung einer Personalaufstockung, wenn ja, in welcher Form?

Bothur: Wenn man sich vor Augen führt, dass wir in diesem Jahr bereits rund 240 neue Flüchtlinge bekommen haben und mit einem unverminderten Zustrom zu rechnen ist, dürfte jedem klar sein, dass dies nicht mehr lange mit dem bestehenden Personalkörper zu stemmen ist. Es ist jedoch niemandem damit geholfen, in blindem Aktionismus nur Hausmeister- oder Sozialarbeiterstellen zu schaffen. Die Arbeitsbelastung ist auch in anderen Verwaltungsbereichen stark angestiegen, so dass wir aktuell gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen sehr genau schauen müssen, an welcher Stelle und mit welchem Aufgabenumfang mögliche personelle Verstärkungen besonders wirkungsvoll wären. Das Ergebnis würden wir dann im nächsten Sozialausschuss der Politik unterbreiten wollen. An dieser Stelle möchte ich betonen, wie ausgesprochen hilfreich und wichtig für uns die parteiübergreifende Unterstützung der Politik und der breiten Bevölkerung, insbesondere der ehrenamtlich Tätigen in den vergangenen Wochen und Monaten war und ist. Vielen Dank dafür!

Vita

Geboren 1971 in Lüdinghausen; 
Abschluss Realschule Senden; 
1988 Ausbildung in der Gemeinde Senden;
Verwaltungsfachwirt;
Studium an Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Münster mit Diplom abgeschlossen;
Stationen: Sozialamt, Haupt- und Personalamt, Ordnungsamt.
Nachfolger des verstorbenen Norbert Pelzer als Fachbereichsleiter.