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15.06.2015

Fußball: Interview mit den BWO-Trainern Bülskämper und Müller

Der Ruhige und der Impulsive

2015-06-16 buelskaemper-mueller gDrei Jahre lang trainierten Ralf Büls­kämper und Niels Müller gemeinsam die Kreisliga-Fußballer des SC Blau-Weiß Ottmarsbocholt. Nach dem letzten Saisonspiel am heutigen Samstag auf eigenem Platz gegen den TuS Ascheberg 2 (Anstoß um 15 Uhr) machen sie Feierabend. Die WN haben den eingefleischten Dortmund-Fan Büls­kämper (42) und den glühenden Schalke-Anhänger Müller (39) unangekündigt und getrennt voneinander interviewt. Erstaunlich, wie ähnlich die Antworten ausgefallen sind . . .

Was spüren Sie vor dem letzten Spiel: Wehmut oder das Gefühl, dass es endlich vorbei ist?

Bülskämper: Letzteres ganz sicher nicht. Wir hatten uns ja schon in der Winterpause entschieden, dass wir nicht weitermachen wollen. Man freut sich immer erstmal auf die Sommerpause. Vermissen werde ich das Ganze wohl erst, wenn alle anderen wieder anfangen zu trainieren.

Müller: Ein bisschen von beidem. Ich freue mich auf die Zeit, in der ich mal durchatmen kann. Ottmarsbocholt ist für mich eine Herzensangelegenheit, da bin ich kein normaler Trainer. Das war manchmal ganz schön anstrengend. Ich hatte oft das Gefühl, als ob ich selbst gespielt hätte. Aber das wird mir bald mit Sicherheit alles sehr fehlen, vor allem die Jungs natürlich.

Was war Ihr schönster Moment in den vergangenen drei Jahren bei BWO?

Büls­kämper: Die Kreishallenmeisterschaft, die wir in Ottmarsbocholt gewonnen haben, war ein ganz besonderer Moment. Und einzelne besonders schöne Spiele bleiben mir in Erinnerung.

Müller: Die Kreishallenmeisterschaft war der absolute Höhepunkt. In Ottibotti gibt es nicht die Möglichkeiten, um den Aufstieg mitzuspielen. Da ist solch ein Titel in eigener Halle natürlich etwas ganz Besonderes.

Was war der negativste Moment, der Tiefpunkt?

Bülskämper: Das ist schwer zu sagen. Vielleicht, dass wir in diesem Jahr wieder einmal eine schlechte Hinrunde gespielt haben und von den wenigen Leuten, die wir zur Verfügung hatten, nicht alle hundertprozentig mitgezogen haben. Das ist enttäuschend, wenn man selbst so ehrgeizig ist.

Müller: In all den Jahren war das immer die Hinserie. Ich weiß nicht, was das für ein Fluch ist. Wir haben es da nie hinbekommen, ordentlich zu punkten. In der Rückrunde lief es dann – jetzt auch wieder – deutlich besser.

Was ist Ihr Kollege für ein Trainertyp?

Bülskämper: Niels ist sehr ehrgeizig und sehr emotional am Spielfeldrand. Er ist immer voll dabei, da muss er sich selbst oft bremsen. Das schafft er aber auch immer.

Müller: Wir haben uns immer gut ergänzt. Ralf ist der ruhigere Typ, ich bin der impulsivere. Ich habe von außen oft sehr extrem reagiert, wofür ich mich hier bei allen Gegnern und Schiedsrichtern entschuldigen möchte. Der Lange ( Büls­kämper, die Redaktion ) hat mich dann immer auf dem Teppich zurückgeholt, und dafür bin ich ihm sehr dankbar.

BWO kann gegen Ascheberg den achten Platz sichern. Ist das in Ordnung?

Bülskämper: Ja, aufgrund der Hinrunde schon. Da hatten wir nur 14 Punkte. Die Rückrunde war gut. Wenn wir gegen Ascheberg gewinnen, hätten wir in der Rückrunde 26 Punkte geholt. Ich glaube, damit kann man zufrieden sein. Eine bessere Platzierung konnten wir nach der schwachen Hinrunde nicht mehr hinbiegen.

Müller: Aufgrund der Hinrunde ist das völlig in Ordnung. Wir haben in der Rückrunde deutlich mehr Punkte geholt, und unser Ziel ist es jetzt, am Ende vor Nachbar Davensberg zu stehen. Das ist schon in Ordnung so.

Was machen Sie jetzt im Fußball?

Bülskämper: Im Moment ist nichts geplant. Ich schaue mal, wo ich mich in Zukunft fit halten kann. Das Altherren-Alter habe ich ja schon lange.

Müller: Fußballerisch nichts. Ich werde mich beruflich weiterbilden und mich da voll reinknien. Ansonsten werde ich mich in der Veltins-Arena auf die Tribüne setzen und schauen, was da so passiert – und mir natürlich das eine oder andere Spiel in Ottmarsbocholt anschauen.

Können Sie sich vorstellen, woanders als in Ottmarsbocholt eine Mannschaft zu trainieren?

Bülskämper: Ich hatte einige lose Anfragen, die habe ich für diesen Sommer aber alle abgesagt. Was dann später mal passiert, lasse ich entspannt auf mich zukommen.

Müller: Ja, auf jeden Fall kann ich mir das vorstellen – gerne auch wieder in Verbindung mit Ralf. Auf ihn kann ich mich immer verlassen. Es passt zwischen uns beiden – menschlich und sportlich.

 

Quelle: Westfälische Nachrichten