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So. , 22. Sept. 2019



Sitzung des Bezirksausschusses

Prinzip Hoffnung bei der Sanierung

Mit dem desolaten Zustand der L 884 müssen sich die Autofahrer in und um Otttmarsbocholt wohl vorerst weiter mit abfinden. Dies war Tenor der Sitzung des Bezirksausschusses.
Was bleibt, ist die Hoffnung. Und an die klammerte sich Bürgermeister Alfred Holz im Bezirksausschuss. Vielleicht tue sich ja plötzlich irgendwo doch noch ein Topf auf, aus dem unverhofft Geld komme. Oder Düsseldorf legt bei den Prioritäten noch eine andere Messlatte an. Ansonsten müsse der desolate Zustand der Venner Straße (L 884) „noch längere Zeit hingenommen werden“.

Eine neue Asphaltdecke wird es nach Mitteilung des NRW-Verkehrsministeriums erst im Anschluss an die Erneuerung der Venner Kanalbrücke geben. Aussagen darüber, wann das der Fall sein wird, machte die Landesregierung allerdings nicht. Dem stellvertretenden Bauamtsleiter Klaus Mende liegt eine Mitteilung des zuständigen Wasserstraßen-Neubauamtes vor, wonach die Brücke vielleicht schon 2015, vielleicht aber auch erst 2017 in Angriff genommen werden soll.
Unverständnis im Ausschuss löste die Nachricht aus, dass der Abschnitt auf münsterischem Gebiet (also hinter der Kanalbrücke) viel früher dran kommen soll – und zwar sobald die neue Autobahnauffahrt freigegeben ist, womit noch in diesem Jahr zu rechnen ist.
„Der Zustand dort ist doch noch mindestens mit drei plus zu benoten“, empörte sich Rolf Laukemper (CDU). „Das ist nicht einleuchtend.“ Der Ratsherr konnte aber trotzdem noch für eine Aufhellung der allgemein recht finsteren Minen in dem Gremium sorgen. Ihm lägen nämlich Informationen vor, wonach der Bau eines separaten Radweges von Ottmarsbocholt bis zur Kanalbrücke völlig unabhängig von der Straßensanierung geplant werde und deshalb deutlich früher zu erwarten sei. Die Dringlichkeitseinstufung liege hier beim Regionalrat, „und über dessen politische Zusammensetzung wird am 25. Mai mit entschieden“.
Diese Bemerkung Laukempers wurde von Ludger Janning gekontert: „Willst du damit sagen, dass da möglichst viele Leute von der SPD rein gewählt werden sollen?“
Nach diesem kurzen Wahlkampf-Schwenk führte Bürgermeister Holz zur Sachlichkeit zurück. Bei einem Treffen mit dem Leiter des Landesbetriebs am 19. Mai werde er die Frage erörtern, ob sich nicht „im Rahmen der normalen Unterhaltungsmaßnahmen“ wenigstens kleine Verbesserungen der Fahrbahnqualität erzielen lassen.
Völlig unabhängig davon werde man weiterhin mit Nachdruck eine Komplettsanierung einfordern. „Beharrlichkeit zahlt sich ja mitunter aus“, man brauche nur an den Radweg nach Davensberg zu denken. „Das könne noch 33 Jahre dauern“, so habe es vor zehn Jahren geheißen.
Wie jeder wisse, kam es dann aber ganz anders.

Quelle: Westfälische Nachrichten / Ulrich Reismann

Ausbildung in Ottmarsbocholt