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Do. , 29. Sept. 2022



Dorf vom Verkehr entlasten

Initiative setzt sich für zweite Direktverbindung zur Venner Straße ein

2022 07 19 baugebiet broholtDiskussionen über eine Direktanbindung des Wohngebietes Holzfeld/Feldmark an die Venner Straße, die hat es schon vor 50 Jahren gegeben. Nachdem jetzt die Politik im vergangenen Dezember östlich vom Holzfeld und nördlich des Davertweges ein neues, acht Hektar großes Baugebiet auf den Weg gebracht hat (WN berichteten), sehen sich Befürworter von damals nun erneut auf den Plan gerufen.

Eigentlich wäre eine direkte Straßenverbindung von Holzfeld/Feldmark zur Venner Straße – zwischen neuer Sporthalle und dem Wäldchen Dillen hindurch – nach Auffassung von Klemens Rave schon immer sinnvoll gewesen. Wenn die Wohnbebauung dort nun künftig sogar noch in beträchtlichem Umfang ausgedehnt werde, so erhöhe das den Nutzen nur noch umso mehr. „Es kann doch nicht sein, dass der in Zukunft noch wesentlich stärker werdende Berufsverkehr in Richtung Münster nach wie vor immer erst durchs ganze Dorf fahren muss“, lautet der Kernpunkt seiner Initiative, die er auf der Jahreshauptversammlung des Heimatvereins vortrug. Die schon jetzt morgens und nachmittags vorhandene Belastung von Davertweg, Kirchstraße, Neustraße und Dorfstraße durch Pendler drohe mit dem neuen Baugebiet noch viel größer zu werden. „Wir brauchen endlich eine zweite Anbindung an die Venner Straße.“

Mit dieser Initiative gelänge es, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, so argumentiert Rave. Erstens ließe sich viel Autoverkehr aus dem Ortskern herausnehmen. Und zweitens würden die Pendler auch noch weniger Sprit verfahren, weil ein Durchstich zur Venner Straße den Weg deutlich abkürze. Bei jeder Fahrt spare man einen ganzen Kilometer ein, hat Rave ausgerechnet. Bei Hin- und Rückfahrt seien das dann schon zwei Kilometer jeden Tag. Diese Abkürzung könne übrigens zusätzlich auch von den Anwohnern des Heitkamp genutzt werden.

Bereits Anfang der 1970er Jahre, als Ottmarsbocholt noch selbstständig war, hatte die damalige UWG eine entsprechende Initiative ergriffen, die dann aber nicht zur Umsetzung kam. In der Folgezeit gab es noch weitere vergebliche Anläufe. Mit dem neuen Baugebiet biete sich jetzt „vielleicht die letzte Chance dazu“, lautet Raves Appell. Der 75-jährige Geschäftsmann ist über vier Jahrzehnte politisch aktiv gewesen, zunächst in der alten UWG und nach deren Auflösung dann in der CDU, und hat während dieser Zeit im Gemeinderat und im Bauausschuss viele leidenschaftliche Diskussionen geführt.

Dass er jetzt beim Heimatverein das Wort ergriff, wollte er als Impuls für Vorstand und Beirat verstanden wissen, damit diese sich „in dieser wichtigen Frage“ eine Meinung bilden. Und diese dann gegenüber den Politikern kundtun. „Das ist aktive Mitarbeit an der Gestaltung der Heimat, wie sie sich die Gründungsväter des Heimatvereins 1975 auf die Fahnen geschrieben haben“, so Rave.