Sanierung des ehemaligen Amtshauses

„Förderung ist jetzt das A und O“

2022 05 29 rathausIn die Frage, was mit dem alten Amtshaus passieren soll, ist Bewegung gekommen. Dass die Politik sich zunächst im Bezirksausschuss mit diesem Thema befasste und anschließend auch noch im Bau- und Planungsausschuss, ging auf einen Antrag von fünf Ottmarsbocholter Bürgern zurück, die sich für den Erhalt des maroden, 95 Jahre alten Gebäudes einsetzen. Während der Jahreshauptversammlung des Heimatvereins Ottmarsbocholt in der Gaststätte Lindfeld stellte die Gruppe am Freitagabend das vor, „was wir uns auf die Fahnen geschrieben haben“, wie es Werner Althoff formulierte.

Die Ausgangslage beschrieb er damit, dass die Kirchstraße „eigentlich recht traurig aussieht. Und noch trauriger ist der Zustand bei dem alten Amtshaus“. Gemeinsam mit Reinhard Dabbelt, Helmut Möller, Siegfried Bickeböller und Sascha Werth wollte er „den Anschub“ dafür geben, dass sich dieses unrühmliche Bild im Ortskern endlich verbessert. Nach einer umfassenden Sanierung könnte das Gebäude dann von örtlichen Vereinen als eine Art „Bürgerhaus“ genutzt werden.

Von der Politik ist bereits die Zusage gekommen, dass das Amtshaus nicht abgerissen werden soll (WN berichteten). Jetzt werde es zeitnah ein Treffen mit den Kommunalpolitikern und dem Bürgermeister geben. Vorrangiges Ziel müsse es dabei sein, an öffentliche Fördergelder zu kommen, um die kostspielige Sanierung finanzieren zu können. Das sei das A und O, betonte Althoff. „Sonst brauchen wir da gar nicht weiter drüber nachzudenken“. Im Dorf Spenden zu sammeln, das komme überhaupt nicht in Frage. Im Sendener Rathaus habe man aber erwiesenermaßen ein glückliches Händchen dafür, an geeignete Fördertöpfe zu kommen, weshalb die Initiatoren da durchaus optimistisch sind. „Das ist ja beim Alten Zollhaus auch so gewesen“.

Wie ein künftiges Nutzungskonzept aussehen könnte, soll dann im Laufe des Sommers zusammen mit den Vereinen besprochen werden. Im Bereich der ehemaligen Amtsstuben (im vorderen Gebäudeteil) würde ein recht großer Raum von 90 Quadratmetern Grundfläche zur Verfügung stehen, was vielfältige Möglichkeiten eröffne. Und im von der Kirchstraße aus gesehen linken Gebäudeteil bestehe die Möglichkeit, dort bis zu zwei Wohnungen (die sich dort früher schon mal befunden haben) wiederherzustellen. „Das brächte dann auch Einnahmen, die das Ganze tragen“, hatte Werner Althoff eine Entlastung der Kostenseite im Blick.

 

Bericht + Foto:  Westfälische Nachrichten/Ulrich Reismann