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Mo. , 28. Nov. 2022



Feldbegehung in Ottmarsbocholt

Tipps für gesundes Wachstum

2022 03 17 feldbegehungDie Preise für Getreide haben aktuell – als Folge des Kriegs in der Ukraine – ungeahnte Höhen erreicht. Ein Drittel der weltweiten Getreideproduktion entfällt auf die Ukraine und Russland, und deshalb sehen die Märkte eine drohende Gefahr, dass Weizen und die anderen Getreidearten weltweit zur Mangelware werden könnten.

Damit zumindest auf den hiesigen Feldern im Sommer gute Ernten eingefahren werden können, ließen sich knapp 30 Bauern auf einer Feldbegehung des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes von Bernhard Wiesmann, Pflanzenschutzberater der Landwirtschaftskammer Coesfeld, Ratschläge und Empfehlungen für ein gesundes und ertragreiches Wachstum geben. Hierzu war man auf dem Hof von Felix Wierling zusammengekommen.

Bei der jetzt im Frühjahr anstehenden Düngung müssen die Bauern tief ins Portemonnaie greifen, weil die Düngemittel sich drastisch verteuert haben. Sie kosten nun „weit mehr als das Doppelte“, wie Joachim Edelbusch, Zweigstellenleiter der Ottmarsbocholter Raiffeisen-Genossenschaft, berichtete. Die Preisexplosion habe schon vor dem Ukraine-Krieg eingesetzt – denn schon seinerzeit waren die Gaspreise stark gestiegen. Und Gas wird für die Herstellung von chemischem Stickstoffdünger benötigt. Der Kriegsbeginn in der Ukraine hat diese Tendenz nun noch weiter verschärft. Das bedeutet, dass die auf den Höfen anfallende tierische Gülle als alternativer Dünger nun wertvoller denn je geworden ist.

Dass die Preise für Getreide nun ebenfalls in die Höhe geschnellt sind, belastet die meisten Landwirte zusätzlich, weil es drastisch steigende Futterkosten zur Folge hat. Denn sie brauchen den Weizen auch als Futter für ihre Schweine.

Bernhard Wiesmann wies die Landwirte auch noch darauf hin, dass die Gelsenwasser AG 2021 im Wasserwerk am Halterner Stausee „im vierten Jahr in Folge keine Aktivkohle einzusetzen brauchte“. Die ist dann erforderlich, wenn Einträge von Pflanzenschutzmitteln die Grenzwerte überschreiten, um auf diese Weise weiterhin die Trinkwasserqualität sicherzustellen.

„Dass das nun wiederum nicht erforderlich war, zeigt, dass die Landwirte mit den Mitteln sorgsam umgegangen sind“, erklärte der Experte der Landwirtschaftskammer.