logo 2013 11 19 standard

Mo. , 06. Dez. 2021



Alte Amtmannei in Ottmarsbocholt

Dornröschenschlaf hält vorerst an

2021 01 05 altes amthaus kAls die Mitarbeiter vom Bauhof jüngst zu Grünpflegearbeiten anrückten, hoffte wohl mancher, dass das Gebäude aus seinem Dornröschenschlaf geweckt würde. Aber mitnichten. Es handelte sich um Routine und nicht den Auftakt dazu, dass die Immobilie einer neuen Nutzung zugeführt würde. So schlummert mit der Alten Amtmannei mitten im Herzen Ottmarsbocholts ein reizvolles Haus vor sich hin.

„Aktuell ist dort nichts geplant", lautet die Auskunft aus dem Sendener Rathaus. Was nicht heißt, dass die Gemeinde als Eigentümerin die Liegenschaft in hervorgehobener Lage aus dem Blick verloren habe, ergab eine WN-Anfrage. Vielmehr "führte die Gemeindeverwaltung schon in der Vergangenheit Gespräche mit anderen Grundstückseigentümern, um bauliche Perspektiven zu entwickeln", führt Klaus Stephan, Chef des kommunalen Ressorts Planen, Bauen, Umwelt, aus.

Ohne ein gemeinsames Vorgehen mit Nachbarn komme eine Entwicklung für das Gemäuer mit der markanten Klinkerfassade nicht in Betracht. Denn: Das Grundstück ist sehr klein, sinnvolle Maßnahmen und Nutzungen sind nur im Zusammenhang mit weiteren Grundstücksflächen möglich", erklärte der Beigeordnete weiter.

Er verweist darauf, dass im Schatten von St. Urban aber bereits eine Veränderung eingeleitet worden ist - mit dem Ziel auf dem Gelände von Haus Stoffers neue Wohnformen für Senioren anzubieten. Daher sei es "sinnvoll, in einem Gesamtkonzept für den Bereich der Kirchstraße die teilweise schon bekannten öffentlichen Interessen zusammenzuführen".

Etwas Zeit wird aber wohl noch verstreichen, bis die Alte Amtmannei, dessen tristes Dasein manchen Ottmarsbocholter betrügen dürfte, wieder herausgeputzt zur Geltung kommt. "wenn das Investorenauswahlverfahren für die im dortigen Bereich angestrebten Pflege- und Wohnangebote auf dem Grundstück Stoffers abgeschlossen und die Realisierung einer baureifen Planung gesichert ist, könnte ein solches Gesamtkonzepte mittelfristig angegangen werden", steckte der Bauamtsleiter die Marschroute ab.

Ob Teile der Fassade des einstigen Amtshauses dauerhaft erhalten bleiben können, will Stephan nicht versprechen. "das muss bei einer konkreten Bauplanung geprüft werden", so der Beigeordnete, der zugleich beteuert: "Das Gebäude wird nicht vergessen."

Quelle: Westfälische Nachrichten / Dietrich Harhues