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Fr. , 22. Nov. 2019



Kreis soll 2020 Planung der Ortsumgehung Ottmarsbocholt übernehmen

Projektstart aus der Sackgasse

2019 10 28 umgehungsstrasseSeit 2011 steckt die Ortsumgehung Ottmarsbocholt in der Sackgasse. Doch nun soll das Projekt einen neuen Antrieb erhalten und schon in einigen Monaten erste Meter machen. Denn der Kreis Coesfeld hat sich bereiterklärt, in das Verfahren einzusteigen und das Steuer (vorerst) in die Hand zu nehmen.

Da es sich bei der zu entlastenden Dorfstraße um eine Landesstraße (L 844) handelt, ist die Planung der Ortsumgehung eigentlich Aufgabe von Straßen.NRW. Doch aufgrund vieler anderer Aufgaben könnte die Behörde den Job voraussichtlich erst 2022/23 übernehmen ( WN  berichteten). Der Einstieg des Kreises kann das Verfahren somit um bis zu drei Jahre verkürzen. Doch gut Ding will Weile haben: Alte Pläne und Voruntersuchungen, die vor acht Jahren in die Schublade gelegt wurden, seien heute nicht mehr rechtsgültig, weist Klaus Mende auf WN-Anfrage hin. Das Verfahren müsse von Grund auf neu gestartet werden, sagt der stellvertretende Fachbereichsleiter der Sendener Bauverwaltung. Doch wie geht es jetzt konkret weiter?

 

„In der nächsten Woche wird der Haushaltsplan 2020 eingebracht, über den im Kreistag zu beraten ist“, macht Dietrich Aden auf die noch zu klärenden finanziellen Auswirkungen aufmerksam. „Außerdem“, so der Sprecher des Kreises Coesfeld weiter, „müssen mit dem Landesbetrieb Straßen und der Gemeinde Senden in den nächsten Wochen Vereinbarungen über Detailfragen getroffen werden.“ So muss insbesondere die Stelle eines Planers ausgeschrieben, besetzt und finanziert werden.

„Hilfreich für die Wiederaufnahme des Verfahrens war der Ende 2017 von der CDU initiierte Besuch von NRW-Verkehrsminister Wüst und Landtagsabgeordneten Dietmar Panske in Ottmarsbocholt. Den Politikern ist das Problem vor Augen geführt worden“, sagt Mende und erinnert an die lange Vorgeschichte des Projektes: „Das Thema Ortsumgehung Ottmarsbocholt ist schon 2002 im Zuge einer Einwohnerversammlung zur Sprache gekommen“, erinnert sich der stellvertretende Fachbereichsleiter. Noch im selben Jahr sei das Projekt von der Gemeinde für die Integrierte Gesamtverkehrsplanung NRW (IGVP) angemeldet worden. 2006 habe der Regionalrat die Maßnahme – gemeinsam mit anderen Projekten – in die höchste Priorität eingestuft. Die Kostenschätzungen lagen seinerzeit bei rund 5,77 Millionen Euro.

In den Folgejahren wurde bereits eine Umweltverträglichkeitsstudie mit Beteiligung der Gemeinde Ascheberg erstellt und abgestimmt. Ebenso wurden im Zuge der Vorplanung mögliche Korridore für eine spätere Linienführung erarbeitet und öffentlich vorgestellt. Es wurde die sogenannte Variante II einer Westumgehung zwischen Venner Straße und Nordkirchener Straße favorisiert.

„Zählungen durch ein Gutachterbüro am Kreisverkehr hatten damals ein Aufkommen von 7750 Fahrzeugen ergeben. Prognosen gingen von einem Anstieg auf rund 9400 Fahrzeugen aus – unter anderem durch die neue Autobahnauffahrt in Amelsbüren“, erläutert Mende. 2011 habe die rot-grüne Landesregierung die Bedeutung der Ortsumgehung Ottmarsbocholt dennoch in der Priorisierung herabgestuft. Spätere Zählungen der Gemeinde Senden hätten ergeben, dass die Voraussage von damals nicht nur erreicht, sondern wahrscheinlich sogar übertroffen werde.

 

Bercht + Foto: Westfälische Nachrachtichten

Ausbildung in Ottmarsbocholt