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So. , 15. Sept. 2019



Täger zur Planung der Umgehungsstraße

Bagger rollen nicht so schnell an

ortsplanNiemand dürfe meinen, dass „in drei, vier oder fünf Jahren die Bagger anrollen werden".
Bürgermeister Sebastian Täger warnt vor zu hohen Erwartungen hinsichtlich der Umgehungsstraße. Hierzu müsse man wissen, dass die Planungen nach dem langen Stillstand „jetzt wieder ganz von vorne anfangen müssen". Dies bedeute eine neue Verkehrsuntersuchung mit Fahrzeugzählung und eben so eine neue Umweltverträglichkeitsstudie, sagte der Verwaltungschef jetzt auf dem Frühschoppen der CDU Ottmarsbocholt in der Gast stätte Kallwey. Alleine schon, um rechtlich vollkommen abgesichert zu sein, „wird alles erneut auf den Prüfstand kommen".

Und Planungsprozesse dauerten in Deutschland „sehr, sehr lang". Momentan sei ja noch nicht einmal klar, wann genau die Planungen überhaupt wieder aufgenommen werden. Ottmarsbocholt ist Teil eines Paketes von insgesamt 40 Landesstraßenprojekten, welche sich das Land NRW vor die Brust genommen hat. „Wir verfolgen das ambitionierte Ziel, bis zum Ende der Legislaturperiode (das ist in 2022) die Planungen für all diese Maßnahmen aufgenommen zu haben", hatte Verkehrsminister Hendrik Wüst bei der Vorstellung des Landesstraßenplanungsprogramms im Verkehrsausschuss des Landtags erklärt.

Um dieses gewaltige Pensum bewältigen zu können, sind im Verkehrsministerium 50 zusätzliche Stellen geschaffen worden. Aber auch hier sieht sich der Bürgermeister veranlasst "Wasser in den Wein zu gießen".

Denn damit sei ja noch nicht gesagt, ob diese Stellen angesichts des gravierenden Fachkräftemangels auch tatsächlich alle besetzt werden könnten, so Täger.
Während die einen diesen schleppenden Gang der Bürokratie bedauern mögen, weil sie die Umgehung lieber heute als morgen hätten, gibt es in Ottmarsbocholt aber „auch Stimmen, die gar nicht so begeistert davon sind", wie CDU-Ortsverbandsvorsitzender Patrick Alfs das wiedergab, was mitunter an ihn herangetragen werde. Auf dem Frühschoppen, zu dem viele Landwirte gekommen waren, wurde von einigen Besuchern der Verlust landwirtschaftlicher Flächen recht kritisch gesehen. Bürgermeister Täger dazu: „Jede Medaille hat zwei Seiten. Dessen muss man sich bewusst sein". Alleine die Straße werde zehn Hektar Acker- und Grünland kosten. Die für die ökologischen Ausgleichsmaßnahmen benötigten Flächen kämen noch zusätzlich hinzu, hieß es.

Das Ergebnis der regen Diskussion lautete: Ob der Nutzen der Umgehungsstraße diese Eingriffe in die Landschaft, in die Natur und in die Landwirtschaft rechtfertige, müsse sorgfällig ab gewogen werden.

Quelle:  Westfälische Nachrichten (Bericht vom 12.12.2018)

Ausbildung in Ottmarsbocholt