Spielmannszug Ottmarsbocholt feiert 70. Geburtstag

Idealismus treibt die Musiker an

2018 09 10 spielmannszug 2Ein Schützenfest ohne Marschmusik? Undenkbar, werden sicherlich viele sofort sagen. Beim ersten Nachkriegsschützenfest im September 1948, das der Junggesellenverein seinerzeit alleine feierte, war das aber so. Und darüber waren die Bürger sehr traurig. Sie sehnten sich nach der kleinen Gruppe von Trommlern und Pfeifern, die früher Musik und gute Laune in den Ort gebracht hatte, jetzt aber nicht mehr existierte. „Das war eine Feuerwehrkapelle gewesen“, weiß Manfred Janning zu berichten. Die wurde durch die Leiden des Krieges dezimiert, einen weiteren Verlust brachte der Brand in der Schreinerei Bouma in der Oberbauerschaft, wo ein Kamerad von einer einstürzenden Giebelwand tödlich verletzt wurde.

In der Konsequenz mussten die Ottmarsbocholter notgedrungen ein fades Schützenfest ohne ihre „Knüppeljungs“ (so waren die Musiker im Dorf wegen ihrer Trommelstöcke genannt worden) feiern. Was sie dermaßen betrüblich fanden, dass sie umgehend Gegenmaßnahmen ergriffen. „Walter Feldmann und Albert Sträter sind dann die treibenden Kräfte beim Neuaufbau eines Musikzuges gewesen, der noch im Herbst 1948 aus der Taufe gehoben wurde“, so hatte Josef Bickeböller, der zu damaliger Zeit Vorsitzender des Junggesellenvereins gewesen ist, den WN 1998 zum 50-jährigen Jubiläum die Geburtsstunde des Spielmannszuges geschildert.
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