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Di. , 07. Feb. 2023



Freundschaftstreffen 2013

65 Jahre Spielmannszug "1948" Ottmarsbocholt

Wer nach Mitteln und Wegen sucht, um bei Menschen Glückshormone entstehen zu lassen, der greift am besten zu stimmungsvoller Musik. Und wenn es dabei dann noch um Veranstaltungen für die Dorfgemeinschaft geht, so gibt es in Ottmarsbocholt eigentlich nur eine Adresse: Den Spielmannszug.

Liebhaber dieser Musik konnten sich am Samstagnachmittag an einem großen Repertoire laben – obwohl die bekannten Spielerinnen und Spieler mit ihren Flöten und Trommeln dieses Mal vollkommen stumm blieben.

Das Musizieren übernahmen stattdessen elf auswärtige Spielmannszüge aus den benachbarten Orten sowie Sendens Partnerstadt Jessen. Und die hatten zum 65. Geburtstag als Geschenk unter anderem eine „aparte Dame" mitgebracht, wie es Udo Klaas, der als Moderator durch das Programm führte, in seiner Ankündigung ein wenig spannend machte. Der im Original von Tony Marshall gesungene Stimmungsschlager „Schöne Maid" war nämlich eines der Stücke, mit denen die Gäste die Herzen des Publikums in der Vollmerschen Halle erfreuten.

Das Wetter war dem Ottmarsbocholter Spielmannszug zu seinem 65-jährigen Bestehen nicht so gut gesonnen. Der Sternmarsch zum Hörster Platz wurde ein Opfer des Regens, sodass sich die Festlichkeiten von Anfang an auf die Halle Vollmer konzentrierten. Bei den Bühnenspielen waren jedoch nicht nur fremde Gesichter zu sehen. Knapp 20 ehemalige Spieler/innen des Gastgebers hatten sich „reaktiviert" und zeigten unter der Leitung von Franz-Josef Vorspohl, dass sie noch immer mit den Instrumenten vertraut sind. Vorspohl war dem Spielmannszug 1955 beigetreten und von 1966 bis 1972 dessen dritter Tambourmajor gewesen nach Heinrich Mariss und Theo Bourichter.

Udo Klaas würdigte am Samstag noch einmal die damaligen Verdienste von Franz-Josef Vorspohl insbesondere bei der Jugendarbeit, wo er den unter seinem Vorgänger eingeschlagenen Weg zielstrebig fortgeführt habe. Die Früchte dieses weitsichtigen Konzeptes könne der Verein noch heute ernten.

Wie sehr sich der Spielmannszug – mit sichtbarem Erfolg – um seinen Nachwuchs kümmere, das wurde auch vom stellvertretenden Bürgermeister Alfons Hues hervorgehoben. Ebenso freute er sich darüber, dass die Partnerschaft mit Jessen Jahren auf dieser musikalischen Ebene seit 20 Jahren mit Leben gefüllt werde. Auf solch eine zwischenmenschliche Umsetzung sei die Politik angewiesen. Nicht zuletzt freute sich Hues auch darüber, dass man in Senden in der glücklichen Lage sei, den Vereinen finanziell unter die Arme zu greifen. Zum Ausdruck kam dies in einem Briefumschlag für den Vorsitzenden Edgar Janning.

Nicht mit leeren Händen waren auch die Gastvereine gekommen. Deren Geldgeschenke will der Spielmannszug nicht behalten und an das Ottmarsbocholter Ferienlager weiterreichen.

Für langjährigen Einsatz wurden Edgar Janning und Anne Overbeck (40 Jahre), Jens Ignatzy und Nadine Kolbe (15 Jahre) und Ludger Hoffmann (ein Jahr) geehrt.

 

Westfälische Nachrichten vom 09.09.2013
von Ulrich Reismann